Transafrica-Tour des Exploryx Impala Milou

Eine Rückblende auf ein besonderes Abenteuer: von März 2023 bis Januar 2024 reisten unsere Weltenbummler mit dem Exploryx Impala Milou von Fribourg in der Schweiz nach Kapstadt in Südafrika. Wir freuen uns, dass wir an dieser Stelle einen Bericht von dieser einzigartigen Reise veröffentlichen dürfen und lassen nun die beiden Abenteurer Edwin und Regula zu Wort kommen. 

 

Afrika – ein Kontinent der Kontraste

Afrika wird bei uns im Westen oft mit Urwald oder Dürren, Gewalt und Armut assoziiert; es ist ein unergründlicher Kontinent. Ein Traum von Forschern und Abenteurern. Doch hinter dem offensichtlichen Elend verbergen sich faszinierende Widersprüche, dramatische Landschaften, eine großartige Tierwelt und die fast beängstigende Überbevölkerung. Mit unserem «Milou» haben wir nun sämtliche Kontinente bereist, aber Afrika ist so ganz anders, auch außergewöhnlich; es bleiben Erinnerungen jeglichen Couleurs zurück.

Einmal so eine Expedition zu unternehmen, ist und bleibt für die allermeisten Overlander ein unerfüllter Traum. Wir haben es gewagt, das Ziel Kapstadt erreicht;  kamen jedoch verschiedentlich hart an unsere Grenzen; Großstädte, Slums und die manchmal überbordende Bürokratie! Auch fahrerisch war es teilweise eine große Herausforderung.

Der Start Anfang März 2023

Anfang März 2023 sind wir gestartet: via Italien/Ancona mit der Fähre nach Igoumenitsa (Griechenland). In Göreme (Türkei) war der Treffpunkt aller Reiseteilnehmer. 

Wegen dem riesigen Erdbeben in der Süd-Ost-Türkei gab es die erste Routenänderung; (eine erste Reiseverlängerung/Verspätung von gut einer Woche). Fahrt über das anatolische Hochland (mit Regen und Schnee), durch Kurdistan ins mesopotamische Tiefland, in den Irak. Über Erbil und Tikrit Einfahrt in Bagdad – alles sauber, ja fast geordnet präsentierte sich die Stadt mit so vielen geschichtlichen Hintergründen am Tigris. Der Besuch in Babylon war ein weiteres irakisches Highlight; vielen Schülern und Studenten mussten wir Red-und-Antwort stehen – wir standen im Mittelpunkt; aber aus Sicherheitsgründen immer dezent durch Polizei in Zivil bewacht.

 Lang, aber nichts Spektakuläres war die Querung der syrischen Wüste bis zum Grenzort Al Mafraq/Jordanien. – Über Jerash, mit seinen beeindruckenden Bauten aus der Römerzeit folgte eine abwechslungsreiche Fahrt über Amman und entlang dem Toten Meer ins Wadi Musa (Petra, die 2000 Jahre alte, aus dem Fels gehauene Stadt mit den berühmten Kirchen und dem Schatzhaus des Pharao); erstmals teilten wir die Sehenswürdigkeiten mit hunderten Touristen aus allen Herrenländern. Ein Natur-Spektakel bot uns später das Wadi Rum, eine geschützte Wüstenwildnis im Süden Jordaniens mit seinen erstaunlichen Sandsteinbergen.  

Über Aqaba ging es wenig später zum Grenzübertritt nach Saudi Arabien – etwas Bürokratie durfte es schon sein (3 Stunden Wartezeit). Auf der Fahrt zur Hafenstadt Duba erlebten wir erstmals die Ausläufer der Saudischen Wüste mit dem abwechslungsreichen Küstengebirge. Die Verschiffung von Duba nach Safaga/Ägypten war mühsam mit stundenlangem Warten und Ausfüllen von unzähligen Formularen. Die Überfahrt über das Rote Meer auf einem alten Frachtschiff war alles andere als bequem – überall Berge von Müll und vor allem mit einer defekten Klimaanlage. Wir hatten das Gefühl rund um den Nordpol zu kurven > eiskalte Luft strömte unaufhörlich durch den Saal der Pullmann-Sitze.

Angekommen in Afrika

Die Ankunft in Ägypten (Hafen von Safaga) gestaltete sich extrem langwierig; aber wir sind auf dem afrikanischen Kontinent angekommen. -Rund 10 Stunden standen wir am Pier und vergnügten uns ganz einfach mit warten – warten – warten. Alle Fahrzeuge wurde inspiziert (und sämtliche PWs mussten komplett ausgeräumt und das gesamte Gepäck durch einen Scanner durchleuchtet werden). Wir bekamen neue Fahrzeugpapiere in arabischer Schrift plus neue Nummernschilder mit arabischen Zahlen und Zeichen! Erschwert waren diese Grenzkontrollen durch den Ramadan: den strikten Gebets- und Essenszeiten folgte jeweils das ganze Grenzpersonal. Es war eine Erlösung als wir dann schlussendlich in Richtung Kairo aufbrechen konnten.

Während unseres gesamten Ägypten-Aufenthaltes wurden wir aus Sicherheitsgründen von der Armee und Polizei begleitet und auf allen Ausflügen (Kairo, Luxor, Karnak, Abu Simbel usw.) begleiteten uns zusätzlich bewaffnete Sicherheitsbeamte in Zivil > also nicht die Freiheit, wie wir uns dies vorstellten. Sämtliche großen Straßenkreuzungen wurden vorgängig gesperrt, damit die europäische Wagenkolonne ungehindert passieren konnte > auf diesen etwas mühsamen VIP-Service hätten wir alle gerne verzichtet, denn Anhalten und individuelles Fahren war strikte untersagt!

So querten wir ganz Ägypten von Norden bis zum südlichen Ende bei Abu Simbel (Felsentempel Ramses II) an der Grenze zum Sudan. Wir erlebten das alltägliche Treiben auf den Straßen und Märkten, die historischen Schätze im Ägyptischen Museum, die Pyramiden von Gizeh, die Stadt der Paläste und Tempel in Luxor/Karnak entlang des Nils.

Am 15. April 2023 standen wir am Ufer des Nasser See bereit für die Fährenüberfahrt nach Qustul (Sudan); dann folgte die Hiobs-Botschaft, dass in Khartum/Sudan eine Revolte ausbrach. Wir dachten vorerst, dass es sich hoffentlich nur um ein «Alltagsscharmützel» handeln könnte. Nach zwei Tage des Abwartens entpuppte sich jedoch der Aufstand als Krieg. Wir mussten nun eine Kehrtwende machen und erneut nordwärts (Durchquerung ganz Ägyptens) fahren.

Zurück in Luxor gab es eine mehrtägige Pause (standen im Garten des Mövenpick-Hotels), denn die Reiseleitung von «Abenteuer Touren» musste die Gesamtplanung der Pionier-Reise neu konzipieren und Lösungen finden (wir mussten ja irgendwie nach Äthiopien kommen). Erneut eine unplanmässige Reiseverzögerung, die die Reiseleitung mit Bravour gelöst hat.

Von Luxor ging es dann weiter durch die östliche Wüste via Safaga nach Hurghada, einem beliebten Tauchrevier am Roten Meer; hier wurden uns für einige Tage Zimmer in einem feinen Erstklasshotel offeriert, bis wieder genügend Platz auf einem Schiff für die Rückfahrt übers Rote Meer nach Saudi Arabien vorhanden war.  

Zurück in Saudi Arabien, ein Königreich voller Überraschungen

Fahrt über Sandpisten nach Al Ula mit seinen bizarren Sandsteinformationen und einer Vielzahl von großartigen, beeindruckenden Nabatäer Gräbern. Eine unglaubliche Mischung aus Landschaft und Kultur bis nach Yanbu (Oase) und weiter bis Jeddah, mit einem grossen Hafen und dem höchsten Springbrunnen der Welt.

Um die Wartefrist bis zur Verschiffung unserer Fahrzeuge, respektive Ankunft in Djibouti zu verkürzen, wurde uns eine Busrundreise durch die Bergwelt des südwestlichen Küstengebirges geboten. Eine fantastische, unberührte Berglandschaft eröffnete sich uns; ein äußerst krasser Unterschied zu den riesigen Sanddünen im Landesinnern; eine völlig unerwartete Entdeckung. Auch das Klima ist dank der Lage von über 2000 MüM sehr moderat; diese Region gehört zu den grünsten Gebieten von Saudi Arabien mit grosser Agrarproduktion (Gemüse, Getreide, Obst und Datteln). Eine Attraktion für uns war die traditionelle Architektur in den abgelegenen Bergdörfern – grosse Ähnlichkeit mit den  Lehmburgen in Yemen; wir waren ja auch nicht mehr weit von der Grenze entfernt.  

Unsere Fahrzeuge sind seit dem 30. April im Hafen von Jeddah. Wir selber fliegen am 8. Mai via Dubai nach Djibouti, am Horn von Afrika. Die Auslieferung unserer Fahrzeuge zieht sich enorm in die Länge. Zwischenzeitlich logieren wir im Sheraton Hotel und da die Verzögerung noch weiter anhält, unternehmen wir eine Off-Road Exkursion zum Assal-See mit seinen bizarren Salz- und Gipsformationen, sowie ausgedehnten Dornbusch Savannen. Das Klima ist feucht-heiss; Djibouti ist nicht von ungefähr die heisseste Stadt Afrikas; wir notierten jeweils über 40°C Tagestemperaturen mit bis zu 75% Luftfeuchtigkeit, fast unerträglich für uns Mitteleuropäer.

Bislang hatten wir in Djibouti den krassesten Unterschied zwischen «arm-und-reich» gesehen; riesige Slumsiedlungen (mehrheitlich Flüchtlinge aus dem Sudan und Eritrea) mit einer Arbeitslosenquote von über 70%. Ein Hafenarbeiter verdient rund €2.60 pro Tag!

Am 16. Mai konnten wir endlich unsere Fahrzeuge am Hafen in Empfang nehmen. Wir waren die ersten europäischen Fahrzeuge in der jüngeren Geschichte des Landes; Anlass genug für einen offiziellen Empfang durch das Tourismus- und Handelsministerium mit TV und Presse. 

Endlich in Äthiopien 

Route frei für nach Äthiopien – Fahrt in Richtung der Danakil-Berge hinauf aufs Hochplateau mit angenehmeren Temperaturen. Grenzkontrolle relativ zügig (dank der kompetenten Tourleitung und der effizienten äthiopischen Agentur, haben wir das extrem schwer zu kriegende Visum erhalten!). Sicher ist, dass wir im ganzen riesigen Land die einzigen Fahrzeuge mit ausländischen Nummernschilder waren – entsprechend wurde unser Konvoi überall regelrecht «belagert» was mit der Zeit für jeden von uns zur Belastung, ja fast zu einem Albtraum wurde.  

Äthiopien blickt auf eine Jahrtausende alte Tradition zurück und gilt als die Wiege der Menschheit – das ist Geschichte, die heutige Realität sieht aber etwas anders aus. Gefühlte 1000 Kilometer Schlaglöcher, groß wie Basketbälle; wo die Strassen einst geteert waren, liegen heute nur noch vereinzelte Teerstücke, alle paar Meter Fetzen von zerrissenen Reifen und in unregelmässigen Abständen gestrandete (und auch verunfallte) LKWs – eine fast «natürliche» Art Tempo zu reduzieren. Privatverkehr existiert sowieso nur in den grossen Ballungszentren. Wir sind absolute Exoten!

Harar, unsere erste grössere Stadt, das muslimische Zentrum des Landes. Schmutzig, überbevölkert, chaotisch. Im Wirrwarr des historischen Zentrums kreisen sogar die gefrässigen Geier nach einem Fetzen Nahrung über den Blechhütten-Siedlungen. Die Hyänen vor den Stadtmauern werden mit Schlachtabfällen gefüttert und damit abgehalten, auf Essenssuche durch die Stadt zu streunen. Das Klima ist heiss und trocken, die Umgebung karg, die Bevölkerung misstrauisch.

Nach der Hitze im Tiefland waren wir froh, das auf über 2500 MüM gelegene Lalibela  (oder Neu-Jerusalem)  zu erreichen. Ein Wallfahrtsort mit den berühmten Felsenkirchen äthiopisch-orthodoxer Christen. Die insgesamt 11 Kirchen, die um das Jahr 1250 aus den Felsen heraus gemeisselt wurden, sind mit vielen Wandmalereien verziert – Weltkulturerbe und ein äusserst bleibender Eindruck.

 Unterwegs zur alten Kaiserstadt Gondar blieb keine andere Wahl, als auf einem Feld bei einer Siedlung zu übernachten. Von hunderten von «gwundrigen» Dorfbewohnern wurden wir regelrecht belagert; unsere Fahrzeuge und wir schienen wie von einem anderen Planeten zu stammen –  die extra aufgebotenen Securitas sicherten dann unsere Nachtruhe.

Auf 2150m liegt Gondar, die einstige Hauptstadt, wo auch der ehemalige Kaiser Haile Selassie sein prächtiges Schloss hatte. Hier endete auch 1941 die Kolonialherrschaft Italiens.

Über eine atemberaubende Panoramastrecke (höchste Passstrasse unserer Reise bis auf 3248m) erreichten wir schliesslich Addis Abeba. Unterwegs Besuch des Quellgebiets des «blauen» Nils. Die Tisissat Wasserfälle sind die zweitgrössten Afrikas.  

Wandel in Kenia

Nach dem Besuch von Addis Abeba (noch auf luftigen kühlen Höhen von 2400m) wandeln sich die Landschaften und die Gesichter der Menschen; von arabisch anmutenden zu eher negroiden Ethnien: wir haben «Schwarzafrika» erreicht! Ein Abstecher in den Mago-Nationalpark bringt uns zurück ins «Mittelalter»: in dieser Savannen-Landschaft lebt das Volk der Mursi, eine ethnische Gruppe der Tellerlippen Frauen und den Schmucknarben-tragenden Männer. Anschliessend Besuch in Konso, bekannt für seine terrassenförmig angelegten Felder und die dicht bebauten Dörfer, die mit massiven Steinwällen umzäunt sind als Schutz gegen Hyänen und Löwen; wir sind nun schon im Süden Äthiopiens. Der Grenzübertritt nach Kenia mit nur knapp 3 Stunden gestaltete sich schon fast «afrikanisch rassig».  

Mit den tadellosen Teerstrassen gleich nach der Grenze (+ Linksverkehr) wähnten wir uns schon fast im Himmel – endlich wieder mal normal fahren, ohne Tausende von Löchern und ohne die omnipräsente Bettlerei von Äthiopien. Wir spürten schon kurz nach der Grenze den Einfluss vom Tourismus; überall ist man willkommen, grüßt und winkt und kann sich endlich wieder mit den Leuten verständigen (englisch).

Im Buffalo Springs Park und dem angrenzenden Samburu Nationalpark (rund um den Mount Kenia) konnten wir erstmals eine Tierbeobachtungsfahrt unternehmen, geleitet durch Massai, die bekannteste ostafrikanische Volksgruppe. Wir überqueren den Äquator! 

Ein geschätzter Stopover auf unserer Pionier-Reise war Nairobi mit Museumsbesuchen, einer Aufzuchtstation für Giraffen und der ehemaligen Farm von Karen Blixen. Wichtig war jedoch für unsere Fahrzeuge eine Revision und Kontrolle in einer spezialisierten Werkstatt für Overlander Fahrzeuge (geführt von einem Deutschen).

Anschließend gings weiter nordwestlich durch das trockene Nord-Kenia zum Lake Baringo (268km2), einem Vogelparadies, über- und durchqueren des riesigen Rift-Valley (Ostafrikanischer Grabenbruch) bis zum Grenzübertritt in Eldoret nach Uganda.

Die Reise geht weiter nach Uganda

Uganda gilt immer noch als eines der ärmsten Länder der Welt, es ist das Land des Wassers (Weisser Nil), der Seen und Hügel, zudem Heimat von Gorillas und Schimpansen. Regenwälder, Savannen, Teeplantagen und ein angenehmes Klima heissen uns hier willkommen (grösstenteils auf einem Hochplateau von über 1000 Meter gelegen). Die abwechslungsreiche Landschaft im Westen ist vor allem durch das riesige Ruwenzori-Gebirge geprägt.  

In Jinja, an der Küste des Viktoriasees, Bootsfahrt zu den Quellen des Weissen Nils. In Kampala wurden uns die dunklen Seiten der Schreckensherrschaft von Idi Amin beim Besuch des Genozid-Museums bewusst, der ehemalige Königspalast wurde dabei als Folterkammer benutzt. 

Erholsam waren dagegen die Besuche im Kibale Forest Nationalpark mit einer der höchsten Primatendichte (Schimpansen) weltweit und des Queen Elizabeth NP (zwischen dem Ruwenzori-Gebirge und dem Eduard-See), bekannt vor allem durch die Baum-Löwen. Eine Fluss-Safari auf dem Kazinga Kanal mit Hunderten von Hippos und grossen Elefantengruppen rundete unseren Uganda Besuch ab. Am Lake Bunyonyi, an der Grenze zum Kongo (1’912müm/maximale Tiefe 900m) verbrachten wir zwei Erholungstage, während einige sich auf ein Gorilla-Tracking begaben (Kostenpunkt: über 1000€!) und wir einen aufschlussreichen Rundgang auf einer Tee- und Kaffee-Plantage unternahmen.

Ruanda – kleines Land mit tausend Hügeln

Unser nächstes Ziel: Kigali, die Hauptstadt von Ruanda (1,8 Mio E./1500 MüM). Nach der Grenze wechseln wir wieder von Links- auf den Rechtsverkehr. Völlig überrascht hat uns die Sauberkeit – bisher das bestorganisierte, sauberste Land während unserer Tour (außer Saudi Arabien)! Keine «speed bumbs» mehr, dafür eine große Dichte an modernsten Radarfallen – made in Germany. In Kigali besuchten wir auch die Familie Schommer, bekannt aus der TV-Serie «Auf-und-Davon».

Das kleine Land besteht aus grünen, hügeligen Hochebenen und Gebirgsketten, nicht von ungefähr wird es auch «Land der tausend Hügel» genannt. Auffallend, fast über das ganze Land verteilt, sind die vielen Genozid-Gedenkstätten. Der Völkermord an den Tutsi durch das Volk der Hutu begann 1994 in Kigali. In nur 100 Tagen fielen in Ruanda etwa eine Million Menschen dem Völkermord zum Opfer. Ruanda gehört heute wieder zu den am dichtesten besiedelten Ländern weltweit mit 440 Einwohnern pro km2.  Über 90% der Bevölkerung leben auf dem Land und sind in der (Klein-)Landwirtschaft tätig.  Beim Königskraal wurden uns die schönsten Watussi-Rinder präsentiert, eine 5000 Jahre alte Langhorn-Rinderrasse mit einer Spannweite von bis zu 2 Meter.  

Auf dem Kongo-Nil-Trail fuhren wir entlang des Kivu-Sees. Nil und Kongo, zwei der größten Flüsse der Welt, haben in Ruanda ihren Ursprung. Rückfahrt nach Kigali durch den Nyungwe NP, dem einzigen verbliebenen Berg-Regenwald, dank dem neblig-feuchten tropischen Klima ein ganz besonderes Ökosystem. In Butare, im Süden von Ruanda, gleicht der Kirchenbau derjenigen von Fribourg-St. Thérèse; an beiden Orten engagierte sich Abbé Patrick Hungerbühler aus Düdingen während vielen Jahren.

Kontrastreiches riesiges Tansania

Wenige Tage später überqueren wir die Grenze zu Tansania (Wartezeit 4,5 Std): hier herrscht wiederum Links-Verkehr! Es sind große Distanzen, die wir in Tansania von Nord nach Süd zurücklegen; ab Kigali bis zum Lake Manyara = 1’190km. Grob gesehen umrundeten wir den gewaltigen Victoriasee durch Uganda, Ruanda und dann weiter in Tansania. Dieser See ist flächenmäßig der zweitgrößte Süßwassersee der Welt (69’000km2/an den Ufern leben 30 Mio. Menschen).  

Wenn man an Tansania (2,5 mal so groß wie Deutschland/Hauptstadt Dodoma) denkt, werden auch automatisch die Highlights  dieses touristisch gut entwickelten Landes erwähnt: der Kilimanjaro, die Serengeti, der stolze Stamm der Massai, große Nationalparks, Savannen, Daressalam mit Sansibar. Unweit des Ngorongoro-Kraters (ein Teil der Serengeti) haben wir uns einige Ruhetage gegönnt, während die meisten unserer Gruppe auf Safari unterwegs waren. Erholt ging es anschließend wieder weiter nach Arusha, dem Touristenzentrum am südlichen Fuß des Kilimanjaro (der höchste Gipfel des Massivs ist knapp 6000m hoch/höchster Berg Afrikas). Leider verhüllte Nebel die Sicht auf diesen imposanten Berg, den man sonst von weitherum entdecken kann. 

Entlang der Usambara-Berge und durch hügelige dichtbewaldete Landschaft führte uns die Route an den Indischen Ozean, via Bagamoyo, einer historischen Stadt, bis nach Daressalam. Einige Tagesetappen waren lang und streng (bis 425km / 9 Stunden mit 3 Kaffeepausen), die Regionen aber spannend, mit Baumwollfeldern, Kaffeeplantagen, Früchte- und Gemüsemärkten unterwegs am Straßenrand. Daressalam, eine quirlige, chaotische 6-Mio-Stadt (einstige Hauptstadt) ist unser Ausgangspunkt nach Sansibar, der sagenhaften Insel. Vier Ferientage am paradiesischen Strand, Bummel im historischen Stone Town und durch die Gewürzgärten, umweht vom Duft von Nelken, Zimt, Vanille, Kardamom.

Malawi – gebirgiges kleines Land am 500 km langen Malawi-See

Die Westdurchquerung Tansanias hatte es in sich: 1374km bis zur Grenze, lange Fahretappen mit Bergstrecken und vielen überladenen LKWs im «Schneckentempo», die wir auf diesen schmalen, kurvenreichen Straßen überholen mussten. Die meisten Tage nach Verlassen von Daressalam waren mühsam; 9 Stunden Fahrzeit für durchschnittlich 300km, aber unterwegs grüßten uns Baboons (Paviane), Gnus, Giraffen, Zebras und große Gruppen von Springbock-Antilopen entlang der Route. Klimamäßig wieder angenehm zwischen 1500 und 1900 MüM.

Doch wirtschaftlich gibt es viele Probleme: Viele Güter des täglichen Bedarfs sind Mangelware; es fehlt an allem; die Lebensmittelpreise haben sich innert weniger Monate beinahe verdoppelt. Wir erlebten auch eine rigorose Treibstoff Rationierung. Dem Land gingen Benzin und Diesel aus; die Tankstellen konnten nur noch sporadisch beliefert werden,  kilometerlange Schlangen von wartenden Fahrzeugen stauten sich auf den Straßen. Unsere Gruppe hatte bereits vor der Grenze Tanks und Reservekanister gefüllt, um ohne Probleme, Malawi durchqueren zu können.
Man muss wissen, dass sich das malawische Haushaltsbudget zu 80% aus Hilfsgeldern aus dem Ausland (EU/USA) zusammensetzt. Da der Straßenzustand im Inland/resp. in den Bergen, stellenweise extrem schlecht ist (mehr Löcher als Asphalt), fahren wir vorwiegend entlang den Ufern des Malawi Sees, unterbrochen mit Übernachtungen am Seeufer, Besuchen in Fischerdörfchen, hier wird noch traditioneller Fischfang mit Einbäumen gemacht und die Boote allesamt selber gebaut. 

Durchfahrt durch Sambia

Die Strasse vom Grenzort Chipata zur Hauptstadt Lusaka führt parallel zum Sambesi Fluss quer durch Savannen; wir sind immer noch auf einem Hochplateau zwischen 1000 und 1400 MüM. Unterwegs Unterkunft in romantischen Busch-Camps. Uns allen sind sicher der Kariba-Stausee und die Viktoria Fälle bekannt; weniger bekannt sind die vielen Nationalparks. David Livingstone und Cecil Rhodes haben hier Geschichte geschrieben. 

Auch Sambia ist mit 750’000km2 (CH: 42’000km2) sehr groß; für uns jedoch lediglich ein Durchfahrts-Korridor westwärts Richtung Grenze zu Zimbabwe bei Livingstone/Viktoria Fälle.  

Nun ist es soweit, die Viktoria-Fälle sind erreicht, eines der Sieben Weltwunder – ein weiterer großartiger Höhepunkt unserer Pionierreise. Auf einer Länge von 1,7 km stürzt der gewaltige Sambesi über 108m in die Tiefe. In Livingstone genießen wir ein prächtiges Camp mit allen Annehmlichkeiten. Über die legendäre «Victoria-Falls-Bridge» über den Sambesi erreichen wir Simbabwe; hingegen ziehen sich die Zollformalitäten in die Länge, was wir mittlerweile gewohnt sind. 

Savannen und beeindruckende Tierwelt in Simbabwe

Vorherrschend sind Trockensavannen und Mopane Wälder. Das Gras der Savannen kann bis zu zwei Meter hoch werden. Die drei bekanntesten Nationalparks sind: Hwange (riesige Elefantenherden), die Mana-Pools (Hippos, Krokodile, Büffel) und der Victoria Falls NP. Die perfekte touristische Infrastruktur wird richtig ausgenützt: Apéro auf dem Campingplatz, gefolgt von einer Einladung ins ehrwürdige historische Victoria Falls Hotel und einem exzellenten Buffet (das allerbeste seit Monaten), umrahmt mit lokalen Musikern und Tänzen. Am folgenden Tag den fast «obligaten» Heli-Flug über die eindrücklichen Fälle plus eine Sundowner Cruise auf dem Sambesi: alles in allem ein gelungener touristischer Auftakt, denn ab heute werden wir bis zum gesteckten Ziel Kapstadt vorwiegend auf Campingplätzen oder Busch Camps übernachten können, einen Komfort, welchen wir gerne akzeptieren.  

Das vorgeschlagene Reiseprogramm führt nun in einem grossen Bogen südlich durch Botswana; Matopo NP, Francistown, Maun und das Okavango Delta – rund 1300km in drei Tagen! Für uns zu grosse Etappen, um noch die Zeit für Tierbeobachtungen und Geniessen der vielfältigen Landschaft zu finden. Wir machen einen privaten Abstecher in den Hwange Nationalpark und verbringen 3 Tage im Tusker Camp. Der Hwange NP ist mit 14’650 km2 der grösste Park Simbabwes. Vegetation: Mopane Wald und einzelne Kameldornakazien. Wir wurden schon bei Ankunft von den grossen Elefanten-Herden überrascht; laut Schätzungen der Parkverwaltung gibt es bis zu 40’000 Elefanten. Das kleine Camp bietet einen hohen Aussichtsturm mit Sicht auf die nahe Wasserstelle, wo vor allem vormittags und gegen Abend ein reges Kommen und Gehen herrschte;  so genoßen wir in aller Ruhe als einzige Gäste die Wildnis und die Stille der Natur. Nach einer abwechslungsreichen Fahrt im Caprivi Zipfel und zwei Grenzübergängen (Simbabwe-Botswana und Botswana-Namibia) trafen wir nach 590km in Rundu an der angolanischen Grenze wieder auf unsere Gruppe.

Namibia – im Lieblingsland angekommen

Nun sind wir wieder in Namibia, seit mehr als 25 Jahren unsere Lieblingsdestination. Viele kennen Namibia als Wüstenland, doch gibt es auch grüne «Ecken»: zum einen der Caprivi Streifen ganz oben im Nordosten, einst eine Malaria verseuchte Region, heute eine beliebte Region mit vielen Schutzgebieten – auch wir waren von der üppigen Natur und auch vom Tierreichtum überrascht. Der zweite «grüne Streifen» in Namibia befindet sich entlang dem Oranje River ganz im Süden. Namibia ist das zweitletzte auf der Liste der dünnbesiedelten Länder der Erde (vor der Mongolei) mit 824’290 km2 und durchschnittlich 3.7 Einwohner pro km2. Dieses Wüsten- und Steppenland bietet uns ein völlig anderes Landschafts- und Kulturerlebnis, nach «Schwarzafrika», ein Binnenhochland auf durchschnittlich 1700m Höhe.  

Der Etosha NP (22’270 km2) ist unser nächstes grosses Ziel: auf Pirschfahrt mit dem eigenen Fahrzeug von Wasserstelle zu Wasserstelle. Drei volle Tage geniessen wir grossartige Tiersichtungen mit Elefanten, Giraffen, Gnus, Hyänen, Zebra, Springbock und Löwen. Auf überaus rauhen, extrem schlechten, staubigen Pisten (Wellblech-Bedingungen forcieren uns auf eine Temporeduktion von 12 – 15 km/h auf endlos langen Kilometern, trotz abgelassenen Luftdruck auf 1,5 Bar).

In Namibia haben wir weitere interessante Orte erlebt:

  • Besuch einer Cheetah Farm (Gepard: schnellstes Landtier der Welt)
  • Besuch eines Himba-Dorfes (Ureinwohner mit einem nomadischen Lifestyle)
  • Aufenthalt in Windhoek (Hauptstadt auf 1700MüM / wirtschaftliches und politisches Zentrum); Werkstätte für Oel- und Dieselfilterwechsel und Revision des Allradantriebes unseres Fahrzeuges)
  • Spitzkoppe: ein 1728m hoher Inselberg, auch das «Matterhorn Namibias» genannt; das meist fotografierte Bergsujet des Landes; aber extreme Wellblechpisten Zufahrt (für 97km = 3:50h!)
  • Swakopmund: Küstenstadt am eiskalten Atlantik (für uns zurück in den «Winter», mit nur noch 7°C!) gilt als die «deutscheste» Stadt Namibias
  • Der Namib-Naukluft NP (mit 50’000km2 grösste Wüstenfläche Afrikas) mit seinen absoluten Highlights, wie die Skelett-Küste (Schiffswracks), Diamanten-Sperrgebiet, Sossuvlei, das Sandmeer mit seinen orangefarbenen Dünen von Weltruf, urtümliche Welwitschia Pflanzen, eine Mondlandschaft u.v.m.
  • Kolmannskoppe, eine aufgegebene Diamanten-Siedlung nördlich von Lüderitz, eine kühle von starken Winden umtoste Küstenstadt (1487 durch Bartolomeu Diaz entdeckt)
  • Fish-River-Canyon, der weltweit zweitgrösste Canyon (160km Länge und 27 km Breite)
  • Köcherbaum-Wald in einer bizarren Felslandschaft (die Aloen sind durchschnittlich 5 Meter hoch und fast 300 Jahre alt und kommen nur in Halbwüsten vor).

Am Ziel angekommen: Südafrika

Nach einem Monat namibischer Entdeckungsreise fuhren wir bei den Augrabies-Fällen in Südafrika ein – unser letzte Destination auf dieser Pionierreise, mit der Durchquerung (1020km in 2 Tagen) der Großen Karroo (500’000 km2/große südafrikanische Trockenregion), übersetzt von der San-Sprache: «großes, dürres, steiniges Land».  

Entlang der weltberühmten Garden Route erreichten wir schließlich beim Cape Agulhas den südlichsten Punkt Afrikas, die geographische Trennungslinie zwischen dem Indischen und dem Atlantischen Ozean – ein erstes Ziel und das zweite folgte sogleich. Am 7. Oktober 2023 (1 Monat später als geplant) fuhren wir in  KAPSTADT / Cape Town ein, das anvisierte Ziel unserer TRANSAFRIKA-TOUR!  

Anschließend an die offizielle Pionier-Tour wollten wir individuell – aber im eigenen Reisetempo – nochmals einige Regionen Südafrikas und Namibias in aller Ruhe erleben. November und Dezember haben wir den südlichen Sommer (bis zu 44°C entlang dem Oranje River/49°C in Seeheim) erlebt, in der Savanne, Kaokoveld  und nochmals zurück in den Etosha NP. Ende Dezember Rückfahrt nach Südafrika mit Abstecher in den Addo NP (im dichten grünen Gebüsch waren die Elefanten schwierig zu entdecken…). In Port Elizabeth haben wir schließlich unser Fahrzeug für die Verschiffung nach Deutschland vorbereitet und am 318. Reisetag unseren «Milou» am Hafen abgegeben. Am nächsten Tag Rückflug in die Schweiz, Ankunft am 17. Januar 2024 – am 15. Februar konnten wir dann unser Fahrzeug unversehrt in Bremerhaven abholen und als erstes mit neuen Reifen bestücken. 

Unser Fazit der Reise 

Vom 2.3.2023 – 7.10.2023 = 29’245 km erlebnisreiche Tour via Vorderasien, die Arabische Halbinsel und durch den Afrikanischen Kontinent von Nord nach Süd.

Schwarzes Meer, Persischer Golf, Rotes Meer, Indischer Ozean, Atlantik und viele Länder, Landschaften, unterschiedlichsten Menschen, Flora und Fauna, mit zeitraubenden, langen Wartezeiten bei den unzähligen Grenzkontrollen. Anstrengende Reiseabschnitte, viel fahrerisches Können wurde abverlangt und wir kamen so manches Mal an die physischen und psychischen Belastungsgrenzen. Auch unser treuer Gefährte «Milou» wurde öfters arg strapaziert. Eine Generalüberholung wird auf den Herbst 2024 bei Exploryx fällig. Es war eine Reise voller  Kontraste.  Schotterpisten, Feldwege und Strassen mit Schlaglöchern und Bodenwellen sind schon fast vergessen –  westlicher Standard ist in Schwarzafrika vielerorts noch gar nicht angekommen; als Gegenleistung erhielten wir unvergleichliche unverfälschte Kultur und Natur. Unter der momentanen (politischen) Lage könnte eine solche Reise kaum mehr durchgeführt werden. Es war in der Tat eine Pionier-Reise.

Unsere Reisen mit dem Milou

Somit haben wir mit unserem Exploryx Sprinter sämtliche Kontinente «erfahren»: (235’000 km ohne Pannen, brenzlige Situationen, Überfälle….)

  • Am gemütlichsten war AUSTRALIEN
  • Am spannendsten war SÜDAMERIKA
  • Am einfachsten war NORDAMERIKA
  • Am eindrücklichsten waren IRAN, EMIRATE, OMAN
  • Am aufregendsten war AFRIKA